5-Jahres-Frist trotz antragsloser Arbeitnehmerveranlagung

Seit dem Jahr 2017 gibt es das System der antraglosen Arbeitnehmerveranlagung. Unter bestimmten Voraussetzungen kommt es bei Steuerpflichtigen ab dem Veranlagungsjahr 2016 zu einer Auszahlung einer Steuergutschrift ohne zuvor eine Arbeitnehmerveranlagung eingereicht zu haben.

Seit dem 2. Halbjahr 2017 erhalten daher alle betroffenen Steuerpflichtigen in diesem Zuge ein Schreiben vom Finanzamt. Dabei hat der Betroffene 2 Möglichkeiten: entweder auf die automatische Veranlagung zu verzichten oder der automatischen Arbeitnehmerveranlagung und der Auszahlung des Guthabens zuzustimmen.

Nach automatischer Veranlagung erhält der Steuerpflichtige einen Steuerbescheid. Ist man mit dem Ergebnis der Veranlagung nicht einverstanden, so kann immer noch eine Steuererklärung (Arbeitnehmerveranlagung) abgegeben werden.

Die Frist für die Abgabe einer Arbeitnehmerveranlagung beträgt unabhängig von der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung weiterhin 5 Jahre (§ 41 (2) EStG).

Das heißt, zusätzliche Werbungskosten oder Sonderausgaben, die in der automatischen Veranlagung nicht berücksichtigt wurden, können weiterhin geltend gemacht werden. Wird also innerhalb einer 5-Jahres-Frist eine Arbeitnehmerveranlagung durchgeführt und weitere Abzugsposten geltend gemacht so hat das Finanzamt den früheren Steuerbescheid aufzuheben und auf Grund der durchgeführten Arbeitnehmerveranlagung zu entscheiden.

Für betroffene Steuerpflichtige empfiehlt es sich, von der automatischen Veranlagung Gebrauch zu machen und die Steuergutschrift auszahlen zu lassen. Allfällige Abzugsposten können durch eine spätere Abgabe einer Arbeitnehmerveranlagung innerhalb der 5-Jahres-Frist weiterhin geltend gemacht werden. Sollten Sie Fragen zur antraglosen Arbeitnehmerveranlagung oder sonstige steuerliche Anliegen haben, stehen wir Ihnen als Steuerberater gerne zur Verfügung.

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